Ab heute wird auf der Fintech Week Hamburg eine Woche lang intensiv an der Finanz- und Versicherungswelt von morgen gearbeitet. Unsere Autorin Sandra Kegelmann hat mit dem Team um Clas Beese, Carolin Neumann, Robert Beddies und Anne Christin Dröge gesprochen und gewährt einen Blick hinter die Kulissen der ersten Fintech Week Deutschlands.

Als finletter-Gründer Clas Beese die Idee einer Fintech Week erstmals 2014 an Bekannte aus der Branche kommunizierte, waren die Reaktionen noch verhalten. Es gab zwar erste Start-ups, aber die Szene war noch sehr jung und für ein solches Konzept vermutlich noch nicht weit genug. Anfang diesen Jahres dann holte er die Idee wieder hervor und auf einmal waren die Reaktionen durchweg positiv. „Es war einfach an der Zeit, die deutsche Fintech-Szene zusammenzubringen und ein Zeichen zu setzen“, berichtet Beeses finletter-Mitgründerin Carolin Neumann.

Freuen sich auf den Startschuss: Clas Beese, Carolin Neumann, Anne Christin Dröge und Robert Beddies (von links oben nach rechts unten)

Moin Fintech, moin Hamburg!

Die wichtigste Frage zu Beginn: Wo soll die Veranstaltungsreihe stattfinden? Denkt man an die Finanz- und Start-up-Branche, scheinen Frankfurt und Berlin sehr geeignet. Was jedoch wenige wissen: Hamburg hat circa 130.000 Angestellte im Finanzsektor und verfügt sowohl über etablierte Bankenhäuser als auch eine aufstrebende Start-up-Szene mit einer Vielzahl an Fintechs. „Die Finanzbranche befindet sich in einem sehr großen Wandel, so auch in Hamburg. Mit der Fintech Week möchten wir auch einen Weckruf an die Politik absetzen, sich mit der Situation hier vor Ort auseinander zu setzen, damit der Standort Hamburg für die Zukunft weiter entwickelt werden kann und nicht den Anschluss an die Digitalisierung verpasst“, führt Clas Beese aus. Innerhalb Hamburgs ist das betahaus mit seiner Ausrichtung auf Start-ups und die Digitalwirtschaft genau der geeignete Ort für ein solches Event, befanden Beese und Neumann. Betahaus-Geschäftsführer Robert Beddies war entsprechend schnell überzeugt und wurde Teil des Event-Teams.

Zunächst haben die Organisatoren bereits bestehende Veranstaltungen wie 12min.me Code Rouge angefragt. Nachdem diese sofort bereit waren, ihre Termine auf die zweite Woche im Oktober zu bündeln, wurde die Fintech Week Hamburg offiziell kommuniziert. „Auf einmal schien es, als hätten alle auf eine solche Veranstaltungsreihe gewartet: Bekannte Veranstalter und große Unternehmen wie Euroforum, die Frankfurt School of Finance & Management und comdirect kamen auf uns zu und wollten gerne etwas mit uns gemeinsam machen. Dies hat sehr schnell zu einer starken Dynamik seitens der Kooperationspartner geführt“, berichtet Clas Beese.

Fintech Week mit Vielfalt in Format und Inhalt

Bei der Programmgestaltung hat das Fintech-Week-Team vor allem auf Vielfalt gesetzt. Zu einem möglichst abwechslungsreichen Austausch sollen die unterschiedlichen Veranstaltungsformate anregen. Neben den klassischen Konferenzen befinden sich unter den zahlreichen Terminen innovative Formate wie der Bankathon oder das Barcamp, welche die Möglichkeit bieten – neben dem Networking – ganz neue Ideen und Lösungen entstehen zu lassen.

Fintech Career Day„Üblicherweise haben Fintech-Events eher einen Klassentreffen-Charakter. Es werden Kontakte geknüpft, Geschäftsideen gepitcht, Kooperationen geschlossen. Wir möchten die Fintech Week mit einem breiteren Blickwinkel ausstatten“, erläutert Clas Beese. So wird das Thema Arbeitswelt in der Finanzindustrie einen hohen Stellenwert auf der Fintech Week einnehmen. Der Wandel in der Finanzbranche bedeutet letztendlich auch einen Wandel für alle, die in dieser Branche arbeiten. „Klar ist, dass in den nächsten Jahren sehr viele Stellen im Finanzsektor wegbrechen werden. Natürlich werden neue Stellen geschaffen, aber mit einem deutlich anderen Profil“, so Carolin Neumann. „Unser Fintech Career Day am Donnerstag widmet sich genau diesem Wandel mit spannenden Vorträgen und Diskussionsrunden.“

Erstes Fazit vor der Veranstaltung

„Wir sind von dem Zuspruch seitens der Kooperationspartner und Besucher begeistert. Die Fintech Safari, die beispielsweise am Freitag die Möglichkeit bietet, mehrere Unternehmen direkt zu besuchen und kennen zu lernen, war in kürzester Zeit ausgebucht. Wir freuen uns darauf, wenn die Fintech Week nach der langen Vorbereitungsphase heute eröffnet wird und der Branchenaustausch beginnen kann“, erläutert Robert Beddies.

Insgesamt werden bis zu 2.000 Akteure ein Teil von Deutschlands erster Fintech Week sein. Ob Netzwerk-Frühstück, Barcamp, Fintech Career Day und Messe, Hackathon, offene Diskussionsrunden, klassische Konferenz – auf der Fintech Week kann sich die deutsche Fintech- und Insuretech-Szene eine Woche lang vernetzen und an der Finanzarbeitswelt von morgen arbeiten.

…und die gute Nachricht zum Schluss: Während die meisten Veranstaltungen bereits seit Längerem ausgebucht sind, gibt es für einige wenige noch Tickets!

Das Programm im Überblick

 

Es gibt 1 Kommentare

  1. Medienpartner-Special: das Fintech-Dossier von Hamburg Startups sagt: 13. Oktober 2016 bei 12:32

    […] Fintech und Hamburg ist gar keine so ungewöhnliche Kombination, wie mancher in Berlin oder Frankfurt denken mag. Das zu zeigen, gehörte auch mit zu unserer Motivation, die Fintech Week Hamburg zu veranstalten. Mehr zur Hintergrundgeschichte der Woche lest ihr hier. […]

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