Die Fintech Week Hamburg 2017 findet in der zweiten Novemberwoche statt. Bis dahin gibt es noch viel zu tun: Neue Formate wollen entwickelt, Locations ausprobiert und Event-Partnerschaften mit Leben gefüllt werden. Umso schöner ist der Moment, wenn die ersten Veranstaltungen das Licht der Welt sehen: Vorhang auf für die ersten 12 Events der #fwhh17! Was auf Besucher*innen diesen Herbst zukommt, verraten Clas Beese, Robert Beddies und Carolin Neumann im Interview. 

Carolin Neumann, Clas Beese und Robert Beddies

Die Fintech Week Hamburg (#fwhh17) soll mit rund 40 Veranstaltungen und 2.500 geplanten Besuchern noch größer werden als im Vorjahr. Worin liegen die qualitativen Unterschiede?

Clas Beese: Das Grundkonzept der Fintech Week Hamburg werden wir auch 2017 beibehalten: eine ganze Woche Veranstaltungen rund ums Thema Fintech, bei der wir das Beste aus Hamburgs Veranstaltungsszene mit nationalen und internationalen Event-Formaten zusammenbringen. Dass wir damit in der Branche einen Nerv treffen, hat die gute Resonanz im Vorjahr gezeigt: Viele Events waren im Rekordtempo ausgebucht, dazu kam das sehr positive Feedback unserer Besucher*innen und Event-Partner. Inhaltlich werden wir natürlich einiges ändern, denn auch die Fintech-Branche entwickelt sich in großen Schritten weiter.

Wo steht die Fintech-Branche heute?

Clas Beese: In den letzten Jahren kamen viele neue Anbieter auf den Markt, die einzelne Leistungen aus dem Banking-Angebot herausgebrochen und als eigenständige digitale Tools auf den Markt gebracht haben. Nach dieser „Unbundling“-Phase bewegen wir uns heute in einem „Rebundling“-Prozess: Banken und Fintechs suchen nach Wegen, um verschiedene Tools und Technologien zu einem für den Kunden attraktiven Ganzen zu verschmelzen. Deshalb geht es auf der #fwhh17 stark darum, den digitalen Vorreitern in dieser Phase einen Überblick und viele Möglichkeiten zum Austausch anzubieten. Darüber hinaus findet die Fintech Week Hamburg nur sechs Wochen vor der geplanten Umsetzung von PSD2 statt, einem Ereignis, das alle Akteure der Branche vor neue Voraussetzungen stellen wird. Das schließt Verbraucher ein, aber auch Banken und Versicherungen, die bisher stark an ihrem analogen Kurs festgehalten haben.

Die Fintech Week Hamburg steht auch für neue, ungewöhnliche Formate. Worauf können Besucher 2017 besonders gespannt sein?

Clas Beese: Wir haben für jede unserer Zielgruppen spannende Formate in petto, aber persönlich freue ich mich besonders auf das Startup Weekend Fintech. Vor sechs Jahren habe ich als Mentor bei einem Startup Weekend im UK mitgewirkt und ein Gründerteam auf seinem 54-Stunden-Sprint von der Kennenlernphase bis zum Pitch des Geschäftskonzepts begleitet. Schon damals war ich von der Begeisterung und dem gesunden Menschenverstand beeindruckt, der die Teilnehmer beflügelte. Es macht Mut, dass junge Menschen sich auf das Wagnis Unternehmertum einlassen. Auch in der Finanzbranche werden zunehmend Leute gebraucht, die diese Art von Denke mitbringen und neue, zukunftsfähige Geschäftsmodelle entwickeln. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir das Startup Weekend jetzt in die Fintech-Branche tragen.  

Das betahaus Hamburg ist auch 2017 der zentrale Veranstaltungsort der #fwhh. Was hat sich dabei bewährt und wo setzt ihr mit der Location neue Akzente?

Robert Beddies: Für viele Teilnehmer vom Vorjahr war es wichtig, dass es einen zentralen Treffpunkt und Veranstaltungsort gab, an dem man sich immer wieder zum Austausch treffen konnte. Das Haupthaus in der Eifflerstraße wird deshalb auch 2017 der Dreh- und Angelpunkt der Fintech Week Hamburg sein. Bewährt hat sich auch die Fülle an unterschiedlichen Räumlichkeiten, die in und um das betahaus Hamburg herum flexibel gestaltet werden können. Und nicht zuletzt die Community, die reichlich Gestaltungskompetenz mitbringt und laufend neue Ideen zur Nutzung der Räume einbringt. Von daher sind wir selber gespannt, welche Formate und Räumlichkeiten hier noch bis November entstehen werden.

Was zeichnet sich schon jetzt an Neuerungen ab?

Robert Beddies: Das betahaus ist ja ein Ort, der sich ständig verändert, genauso wie die Menschen, die hier arbeiten oder die Unternehmen, deren Mitarbeiter bei uns neue Projekte ausprobieren. Konkret ist geplant, dass wir das Haupthaus um einige Räume erweitern und auch unsere externen Locations ausbauen. Angedacht sind drei bis vier „Satelliten”, wo wir neue Projekte themenbezogen zusammenbringen können. In Bezug auf die Fintech Week Hamburg überlegen wir gerade, wie wir die Flächen vor und hinter dem betahaus in die Veranstaltungswoche einbinden können – da steckt einiges an kreativen Möglichkeiten drin.

Welche Rolle spielt das Netzwerken in der Fintech Week?

Carolin Neumann: Wie bei den meisten Veranstaltungen ist das Netzwerken zwischendurch mindestens so wichtig wie die eigentlichen Inhalte. Es gibt dafür natürlich wieder spezielle Networking-Events wie Code Rouge, aber wir planen auch eigene Formate, die Menschen auf ungewöhnliche Weise zusammenbringen. Für unsere Besucher*innen sollte es ganz selbstverständlich sein, auch mal neben einem Bankvorstand zu sitzen oder mit einem Innovations-Guru ins Gespräch zu kommen.

Frauen waren 2016 in für die Fintech-Branche ungewöhnlich großer Zahl sichtbar auf der Fintech Week. Wie erklärt ihr euch das und was ist euer langfristiges Ziel für diese Zielgruppe?

Carolin Neumann: Eine etwa 50-50-Besetzung ist natürlich unser ultimatives Ziel, darauf arbeiten wir hin. Erfahrungsgemäß ist das in der Fintech-Branche aber noch etwas schwierig. Denn wo weniger Frauen gründen oder in Entscheidungspositionen tätig sind, sind auch Panels eher männlich dominiert. Unternehmen schicken halt am liebsten ihre höchsten Tiere auf die Bühnen. Trotzdem ist uns im vergangenen Jahr zumindest auf einigen der Veranstaltungen eine gute Besetzung gelungen. Um generell Frauen in der Fintech-Branche sichtbar zu machen und Frauen überhaupt erst für eine Karriere in diesem Segment zu interessieren, arbeiten wir in diesem Jahr mit den Fintech Ladies zusammen, dem von Fintech-Gründerin Christine Kiefer gestarteten Branchennetzwerk. Wir freuen uns, durch diese Kooperation noch mehr spannende Fintech Ladies auf die Fintech Week zu holen und vielleicht für 2018 noch mehr Frauen zu einer Karriere in der Branche zu inspirieren!

Die erste Fintech Week Hamburg wurde innerhalb von wenigen Monaten ins Leben gerufen und wuchs am Ende auf mehr als 25 Events an. Worin besteht dieses Jahr die Herausforderung?

Carolin Neumann: Im ersten Jahr galt die Devise: Wir machen das alles „lean“! Also: Je größer die Woche wird, desto besser, aber auch mit einem weniger umfangreichen Ergebnis wären wir zufrieden gewesen. In diesem Jahr wollen und müssen wir da natürlich qualitativ drauflegen – und wir sind optimistisch, dass uns das mit einem inhaltlich noch stringenteren Konzept und tollen Partnern gelingen wird!

Hier geht’s zum Programm der Fintech Week Hamburg 2017.

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