Kürzlich beklagte eine Wirtschaftsjournalistin und Bloggerin, wir – also die Macher*innen der Fintech Week – seien „noch nicht in der Gegenwart angekommen“. Sie bezog sich auf den Frauenanteil von 17 Prozent auf unseren Bühnen, den es zu dem Zeitpunkt auf unserer Website zu sehen gab. Dieser Vorwurf trifft uns, weil uns das Thema und die dahinterliegende Problematik schon seit unserer ersten Veranstaltungswoche 2016 beschäftigt und wir jedes Jahr mehr Zeit und Geld investieren, um etwas daran zu ändern. Wir behaupten: Wenn wir nicht in der Gegenwart angekommen wären, würde die Kritik an uns abprallen und wir würden das Thema totschweigen.

Wir sind der Meinung, dass eine Veranstaltung dann am Besten ist, wenn sie verschiedene Perspektiven aufzeigt auf unterschiedliche Weise. Wenn sie beide Geschlechter repräsentiert und damit auch beide Geschlechter gleichermaßen anspricht. Wir finden es wichtig, dass unsere Sprecher*innen auch Vorbilder sein können. Wir wissen, dass Frauen auf den Bühnen auch Frauen sehen möchten und müssen, um sich angesprochen zu fühlen. Und wir möchten nicht nur in der Fintech Week, sondern auch in der Branche generell mehr Frauen sehen, damit die Szene heterogener und ausgewogener wird.

Wir wissen aber auch, dass die Besetzung von Panels oder Keynotes immer auch eine Reflektion der tatsächlichen Verhältnisse in einer Branche ist. Und die Fintech-Branche ist nun mal eine Männerdomäne, in der es wenige Frauen in Führungspositionen oder gar Gründerinnen gibt.

Begrenzte Möglichkeiten

Als Dach für viele Veranstaltungen Dritter haben wir begrenzt Möglichkeiten, den Frauenanteil in der Fintech Week zu erhöhen. Wir führen Gespräche mit unseren Event-Hosts und haben mit dem Fintech-Frauen-Netzwerk Fintech Ladies einen starken Partner an Bord, der den Hosts und uns bei Bedarf bei der Speakerinnen-Suche hilft. Wir haben sogar Incentives geschaffen: Bei einer Besetzung mit mindestens 30 Prozent Frauen werden der Veranstalter und sein Event in einem eigenen Blogbeitrag vorgestellt. Bei einer 50/50-Verteilung auf der Bühne gibt es sogar ein Anzeigenpaket im reichweitenstarken Fintech-Medium finletter (gehört zu unserer Muttergesellschaft finletter GmbH) im Wert von 1.200 Euro.

Fintech Stories. Foto: Kathrine Uldbæk Nielsen/ Fintech Week Hamburg 2017

Unser Partner Fintech Ladies ist das zweite Mal in der Fintech Week dabei – mit eigenen Veranstaltungen wie hier den „Fintech Stories“ 2017 (Foto: Kathrine Uldbæk Nielsen/ Fintech Week), aber auch mit Unterstützung hinter den Kulissen.

Nach der zweiten von drei Programmwellen sind wir immerhin bei einem Frauenanteil von 25 Prozent: 59 Speaker insgesamt, davon 15 Frauen. Doch das kann sich mit jedem neuen Event in die eine oder andere Richtung ändern. Besonders schmerzt uns die bisher homogene Besetzung bei unserer eigenen Konferenz FinForward. Hier sitzen wir direkt am Hebel und es klappt trotzdem nicht. Obwohl wir für manche Slots sogar ausschließlich Frauen und gar nicht erst Männer angesprochen haben (die Männer kamen von selbst) und obwohl wir wiederum das Netzwerk der Fintech Ladies angezapft haben. Die meisten angefragten Frauen haben sich gar nicht erst zurückgemeldet. Über die Gründe können wir nur spekulieren.

Nun sind wir mit unserer Weisheit am Ende: Sollte es tatsächlich zu bestimmten Themen keine Speakerinnen geben, die einen guten Talk halten können oder wollen? Wir geben noch nicht auf, denn unsere eigene Untergrenze von 30 Prozent bei der von uns organisierten FinForward nicht zu erreichen, ist für uns nicht akzeptabel.

Wir brauchen deine Hilfe!

Hier kommen du und dein Netzwerk ins Spiel: Wir haben in jedem Themenblock der Konferenz noch einen Lightning Talk für eine Speakerin reserviert. Unsere acht Themen sind: Machine Learning, Credit Scoring, Digitaler Vertrieb, Blockchain, Payment, Regional wird digital, Daten und Tech Giants – Details hierzu liest du auf der Unterseite der FinForward. Nominier jetzt passende Expertinnen aus deinem beruflichen Umfeld:

Du kennst eine Frau, die wir unbedingt mit ihrer Fintech-Expertise bei uns auf der Bühne haben sollten? Perfekt! Trage bitte hier alle Daten zu ihrer Person ein:

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Es gibt 1 Kommentare

  1. Programmtipp: Mit der Fintech Week hinter die Kulissen blicken sagt: 8. Oktober 2018 bei 11:17

    […] bei der Fintech Week: Transparenz. Nicht nur haben wir uns selbst kürzlich nackig gemacht und dich teilhaben lassen an unseren Schwierigkeiten, weibliche Speaker für unsere Bühne(n) zu finden (am Ende hat es […]