Die Digitalisierung stellt das Bankenwesen auf den Kopf, auch die Hanseatic Bank setzt der Wandel unter Druck. Wie sich das Hamburger Finanzistitut fit für die neue digitale Finanzwelt machen will, darüber haben wir im Rahmen unserer Spotlight-Reihe mit Rüdiger Mause, Business Owner Solution Lines, gesprochen.

Hanseatic Bank

Hanseatic Bank ist Gold-Sponsor der Fintech Week 2018

Wie äußert sich der Druck der Digitalisierung bei euch?

In erster Linie sind es die Erwartungen der Kunden, die wir erfüllen möchten, denn sie stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Aber natürlich sind es auch der digitale Wandel und die damit einhergehende stetig steigende Entwicklungsgeschwindigkeit am Markt, die uns treiben. Allerdings sehen wir die Digitalisierung nicht nur als Herausforderung, sondern vor allem als Chance, uns weiter zu verbessern. Wir können künftig nur erfolgreich sein, wenn wir auf Transparenz, ein flexibles Geschäftsmodell, Innovationsgeschwindigkeit und einen klaren Kundenfokus setzen.

Wie sieht der Change-Prozess bei der Hanseatic Bank aus?

Ende 2016 fiel die Entscheidung, die Organisation innerhalb der Bank umzustellen. Ziel war es unter anderem, die Mitarbeiter stark in diesen Change-Prozess einzubinden. Ein Team aus vier Mitarbeitern kümmerte sich zunächst hauptverantwortlich darum, das geeignete Organisationsmodell zu entwickeln und fragte dabei immer wieder die Meinungen außenstehender Kollegen ab. Um bestmöglich auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren zu können, wurde mit dem Acceleration Hub eine neue Business Unit gegründet, die die Aktivitäten einzelner Solution Lines bündelt und koordiniert. Diese Solution Lines fokussieren sich auf die Erfüllung der von uns identifizierten Bedürfnisse unserer Kunden. Seit Anfang des Jahres sind wir nun dabei, die Organisation sukzessive mit Leben zu füllen und sind im Februar innerhalb der ersten Solution Line mit einem cross-funktionalen Team gestartet, das sich mit Hilfe von agilen Arbeitsmethoden und eigener Entscheidungsbefugnis, um neue Produkte und Services rund um das Thema Kreditkarte kümmert. Im Laufe des Oktobers werden drei weitere Solution Lines mit jeweils einem Team folgen. Für 2019 ist der weitere Ausbau des Acceleration Hubs fest eingeplant.


Rüdiger Mause„The way we work is changing! – Diese Worte sind für mich sowohl Inspiration als auch Motivation.“

Rüdiger Mause ist bei der Hanseatic Bank Mitglied der erweiterten Geschäftsführung und verantwortet die strategische Ausrichtung der Solution Lines. In diesen Solution Lines arbeiten crossfunktionale Teams eigenverantwortlich an der Erfüllung der Kundenbedürfnisse. Rüdiger ist begeisterter Segler und Hobby-Fotograf und lebt mit seiner Frau in Hamburg.


Wie passen agilere Strukturen zu den die sicherlich noch vorhandenen Hierarchien?

In der aktuellen Phase der Umstellung ist das sicherlich eine der großen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Agile Strukturen können sich nur innerhalb eigenverantwortlicher Teams voll entfalten. Deshalb haben wir beim Aufbau des Acceleration Hubs bewusst auf Hierarchien verzichtet. Natürlich muss sich aber das Führungsverhalten auch in allen anderen Bereichen und Ebenen verändern und daran arbeiten wir bereits. Es geht als Führungskraft nicht mehr darum voranzupreschen und alles selbst zu entscheiden, sondern die Mitarbeiter zu unterstützen, zu begleiten und gegebenenfalls in Expertenfragen ihrem Vorschlag zu folgen. Mit dieser Art des Managements lassen sich auch agile Strukturen sehr gut mit Hierarchien verbinden.

Kann man überhaupt alle Mitarbeiter*innen im digitalen Wandel mitnehmen?

Selbstverständlich müssen sich die Mitarbeiter den neuen Arbeitsweisen gegenüber öffnen und bereit sein, den Wandel mitzugehen. Wir sind aber davon überzeugt, dass auch nach der Umstellung unserer Organisation alle Mitarbeiter einen Platz im Unternehmen finden.

Was tut ihr, um eure Mitarbeiter *innen optimal auf die neue Situation vorzubereiten?

Eine Menge: Neben Schulungen zu agilen Methoden und Vorgehensweisen veranstalten wir vier bis fünf Mal im Jahr ein sogenanntes Solution Lab. Es ist eine Art der innovativen Mini-Projektarbeit, bei der aus der Idee eines Mitarbeiters ein funktionierender Prototyp entwickelt wird. Die vier bis sechs Teilnehmer arbeiten dabei an einem Ort abseits ihres regulären Arbeitsplatzes für vier Wochen an der Umsetzung dieser Idee. Begleitet durch agile Coaches lernen die Mitarbeiter die Vorteile der Zusammenarbeit in agilen Teams kennen. Methoden und Arbeitsweisen können direkt in der Praxis angewandt und erprobt werden. Die gemachten Erfahrungen geben die Mitarbeiter anschließend in die Organisation weiter und tragen so zu einem neuen Mindset bei. Außerdem können Mitarbeiter in Eigeninitiative subventionierte Angebote über eine Weiterbildungsplattform wahrnehmen.

Welche neuen Talente braucht ihr, um fit für die digitale Zukunft zu sein?

Um diesen Change-Prozess weiter voranzutreiben, sind für uns Mitarbeiter wichtig, die selbstständig, wissbegierig, engagiert, mutig und flexibel sind. Sie sollten ein agiles Mindset und gute neue Ideen haben und offen für neue Arbeitsweisen sein. Aktuell suchen wir insbesondere in den Bereichen IT und Marketing neue Mitarbeiter.

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